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Die geistige Kommunion in Zeiten des Verbots gottesdienstlicher Versammlungen

Sehr geehrte Angehörige unserer Pfarreiengemeinschaft, sehr geehrte Besucher dieser Seite,
in diesen für Alle schwierigen Zeiten der Krise ist für viele Gläubige der Empfang der Kommunion in der Gestalt der gewandelten Hostie ein sehr vermisstes Zeichen des Glaubens, der Stärkung und des Geborgenseins im Herrn.
Für diese sehr außergewöhnliche und besondere Situation, in der wir uns befinden, wird von Papst Franziskus und auch von einer großen Zahl der Bischöfe die sogenannte „geistige Kommunion“ empfohlen.
Diese geistige Kommunion hat eine lange Tradition in der katholischen Kirche. Sie ermöglicht Gläubigen, die aus schwerwiegenden Gründen (Alter, Krankheit, Entfernung) am Empfang der sakramentalen Kommunion gehindert sind, dennoch spirituell an der Eucharistie teilzunehmen, unabhängig von Ort und Zeit.
Dies ist in der aktuellen Corona-Krise erfüllt und so wird in der Katholischen Kirche empfohlen, in diesen Tagen die geistliche Kommunion zu praktizieren, sich also "mit dem Herzen mit Jesus in Verbindung zu setzen durch das Evangelium, durch das Gebet, durch die Gemeinschaft im Glauben, die uns alle verbindet", so sagt es der Wiener Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn.
Der Empfang der geistigen Kommunion kann sowohl bei beim Schauen einer Heiligen Messe im Fernsehen, beim Hören einer Eucharistiefeier im Radio oder auch im Rahmen einer kleinen Andacht, deren vielfältige Formen man im Gesang- und Gebetbuch „Gotteslob“ findet und aus deren Vorlagen man sich selbst auch eine persönliche Andacht zusammenstellen kann.
Voraussetzung für den Vollzug der geistigen Kommunion ist allerdings die starke Sehnsucht und das Verlangen nach der Vereinigung mit Christus, denn nur dann vermehrt sie – wie auch beim Empfang der sakramentalen Kommunion – die heiligmachende Gnade und stärkt in uns die von Christus grundgelegte Tugend der Liebe.

 

Im praktischen Vollzug wird bei der geistigen Kommunion ein Gebet an der Stelle des Kommunionempfangs in der heiligen Messe gesprochen in dem diese Sehnsucht nach Christus deutlich wird und zum Ausdruck kommt.
Ehrlicherweise muss man sagen, dass die geistige Kommunion nicht die eigentliche sakramentale Gnade vermittelt und sie ersetzt daher nicht die sakramentale Kommunion. Aber sie kann ähnliche Wirkungen wie der Empfang des Sakramentes hervorbringen: die geistige Einigung mit Christus. Dennoch ist sie in Zeiten wie diesen eine geeignete Möglichkeit, Christus dem Herrn nahe zu sein, in der geistigen Einheit mit Ihm
Für den Empfang der geistigen Kommunion würde sich folgendes Gebet eignen, das wir den Empfängern der Haus- und Krankenkommunion unserer Pfarreiengemeinschaft in diesen schweren Zeiten übermittelt haben, damit sie diese Form des Kommunionempfangs praktizieren können:
Gebet zur geistigen Kommunion
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Mein Jesus,
ich glaube, dass Du hier und jetzt zugegen bist, so wie Du es einst gesagt hast. Meine Seele sehnt sich nach Dir. Da ich Dich aber jetzt im Sakrament des Altares nicht empfangen kann, so bitte ich Dich: Jesus, komm in mein Herz,
denn Du bist bei mir.
Jesus, ich glaube an Dich. Durch den Heiligen Geist schenke mir die Gnade der geistigen Kommunion. Bleibe bei mir und segne mich.
Am Ende schenke mir zu jenem Gastmahl der Herrlichkeit zu gelangen, wo Du mit Deinem Vater und dem Heiligen Geist das wahre Licht bist, die ewige Freude, der vollendete Friede und die vollkommene Seligkeit. Amen
„Christus, Du Sieger, König, Herr, hab Erbarmen!“
(kurze Gebetsstille)
In der Hoffnung, dass diese Krise bald überwunden wird wünschen Ihnen bis dahin alles Gute und übermitteln Ihnen auch auf diesem Wege Gottes reichen Segen
Ihr Pastoralteam
Pfarrer Josef Schrupp Diakon Martin Nober Diakon Hans Georg Bach

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 02. Juni 2020 um 19:21 Uhr